Die Nennspannung einer Sicherung gibt die maximale Wechsel- oder Gleichspannung des Stromkreises an, für den die Sicherung ausgelegt ist. Die Wechselspannung bezieht sich auf den quadratischen Mittelwert der Spannung, die Gleichspannung auf den Gleichstromwert. Bei Geräten mit Wechsel- und Gleichspannung sind diese beiden Werte normalerweise unterschiedlich, manchmal sind sie aber auch gleich. Unterbrechungsfehler sind in Gleichstromkreisen im Allgemeinen schwerwiegender als in ähnlichen Wechselstromkreisen, da der Rückstromfluss in Wechselstromkreisen hilft, den Lichtbogen zu löschen, der entsteht, wenn das Sicherungselement in der Sicherung öffnet.

Letztendlich sind die Nennspannungen von Sicherungen jedoch weniger ein Maß für die spezifischen Eigenschaften eines bestimmten Geräts als vielmehr eine Beschreibung der Grenzen, innerhalb derer sie für den Einsatz getestet und zertifiziert werden. Als sicherheitsrelevante Schutzkomponenten unterliegen Sicherungen den Standards verschiedener Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt, wobei die verschiedenen Behörden unterschiedliche geografische und Anwendungsbereiche haben. Die Verwendung einer Sicherung in einem Stromkreis mit Spannungen über ihrer Nennspannung birgt das Risiko, dass die Sicherung nicht richtig öffnet, da das Sicherungselement schmilzt und sich zwischen seinen Anschlüssen (oder dem, was davon übrig ist) ein Lichtbogen bildet. Wenn sich solche Lichtbögen bilden, kann ihr effektiver Widerstand ziemlich gering sein, sodass der Fehlerstrom fast so leicht fließen kann, als wäre die Sicherung noch intakt.

